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§ 20 SGB - Gesundheitsprävention

Zulassung als KursleiterIn im Rahmen der Gesundheitsprävention durch die gesetzlichen Krankenkassen

Manche Teilnehmer der Kursleiter-Ausbildungen sind überrascht über die starke psychologische Ausrichtung und die Schwerpunkte Gesprächsführung und Stressbewältigung in diesen Seminaren. Aus diesem Grund an dieser Stelle vertiefende und erläuternde Erklärungen zum Präventionsgedanken.
Der § 20 aus dem Sozialgesetzbuch ist der sogenannte Präventionsparagraph. Dieser regelt die präventiven Maßnahmen in den Handlungsfeldern Bewegung, Ernährung, Suchtverhalten und Stressmanagement. Unter Einsatz von diesen Präventions-Maßnahmen sollen die Teilnehmer zu nachhaltigen gesundheitsfördernden Verhaltensmodifikationen angeleitet und motiviert werden.
Der Handlungsleitfaden der gesetzlichen Krankenkassen zu diesem Paragraph beschreibt die praktische Umsetzung. Dieser Leitfaden enthält nun u.a. ein Kapitel Stressmanagement. Dieses ist aufgeteilt in die Kategorien "multimodale Stressbewältigung" und "Entspannungsverfahren". Multimodale Stressbewältigung ist das Programm "Gelassen und sicher im Stress". Die Ausbildung zum Stresstrainer zielt unter anderem in diese Richtung.
Die Entspannungsverfahren sind unter anderem das Autogene Training und die Progressive Entspannung. Anders gesagt sind Präventionskurse beider Entspannungsverfahren laut dem Leitfaden praktizierte Stressbewältigung! Dieser Ansatz wird bei unseren Seminaren berücksichtigt und dies hat naturgemäß Folgen auf die Inhalte der Ausbildungen in diesem Bereich.
Grob kann man zwei Zielrichtungen der Entspannungsverfahren Autogenes Training und Progressive Entspannung unterscheiden:
1) Präventionsmassnahmen
Solche Kurse sind wie oben beschrieben Stressbewältigungsmaßnahmen. Das Aneignen und der Einsatz des jeweiligen Entspannungsverfahrens ist das Ziel. Die Teilnehmer an den Kursen sollen dazu gebracht werden, das Entspannungsverfahren eigenständig ohne fremde Hilfsmittel, ohne fremde Anleitung zu benutzen. Der gesamte Kurs mit bspw. acht Einheiten wird als Ganzes betrachtet, der diesen Lernprozess bei den Teilnehmern unterstützen und begleiten soll.
Ein Präventionskurs im Bereich Stressbewältigung ist demzufolge Hilfe zur Selbsthilfe. Dies verlangt von den Kursleitern entsprechende Qualifikationen, da es eine anspruchsvolle psychologische Aufgabe darstellt.
Auf die Umsetzung solcher Präventionskurse sind die Kursleiter-Ausbildungen ausgerichtet.
2) Den Teilnehmern sollen Entspannungserlebnisse vermittelt werden
Dabei ist es das Ziel, den Teilnehmern ein schönes Entspannungserlebnis zu ermöglichen. Selbstverständlich stellt dies ebenso eine gesundheitsfördernde Maßnahme dar, die für eine große Anzahl Menschen eine schöne und erholsame Erfahrung ist. Diese Art Entspannungsmomente haben aber nicht das Ziel, die Teilnehmer zum selbständigen Ausführen der Entspannungsübung zu befähigen. Und das ist der große Unterschied zu Entspannungsmaßnahmen im präventiven Kontext.
Die Ausbildung für Entspannungsverfahren zielt auf die Durchführung der Entspannungsverfahren zur Erzeugung von Entspannungserlebnissen ohne präventiven Ansatz. Die Maßnahmen können beispielsweise Entspannungstage oder -stunden sein. Oder die Entspannungsübungen werden in Wellnessveranstaltungen eingebaut oder in andere Kursinhalte. Bspw. in Bewegungskursen oder Yoga.
Den aktuellen Handlungsleitfaden Prävention des GKV-Spitzenverbandes zur Umsetzung von §§ 20 und 20a SGB V vom 21. Juni 2000 in der Fassung vom 10. Dezember 2014 finden Sie hier: https://www.gkv-spitzenverband.de/media/dokumente/presse/publikationen/Leitfaden_Praevention-2014_barrierefrei.pdf

Für die Anerkennung als Kursleiter für Autogenes Training und Progressive Muskelentspannung durch die gesetzlichen Krankenkassen sind 2 Voraussetzungen zu erfüllen:
1) Eine spezifische Kursleiter-Ausbildung mit mindestens 32 Unterrichtseinheiten.
2) Eine einschlägige berufliche Grundqualifikation. Im Handlungsleitfaden werden die entsprechenden Berufsgruppen genannt.

Berufsgruppen für multimodale Stressbewältigung:

  • Psychologin/Psychologe (Abschlüsse: Diplom, Magister, Master, Bachelor)
  •  Pädagogin/Pädagoge (Abschlüsse: Diplom, Magister, Master, Bachelor, Staatsexamen)
  • Sozialpädagogin/Sozialpädagoge sowie Sozialarbeiterin/Sozialarbeiter (Abschlüsse: Diplom, Magister, Master, Bachelor)
  • Sozialwissenschaftler/in (Abschlüsse: Diplom, Magister, Master, Bachelor)
  • Gesundheitswissenschaftler/in (Abschlüsse: Diplom, Magister, Master, Bachelor)
  • Ärztin/Arzt
  • Für die beiden Entspannungsverfahren Autogenes Training und Progressive Muskelentspannung werden zusätzlich weitere Berufe anerkannt.

Zusätzliche Berufsgruppen für die Entspannungsverfahren

  • Sportwissenschaftler/in (Abschlüsse: Diplom, Staatsexamen, Magister, Master, Bachelor)
  • Sport- und Gymnastiklehrer/in
  • Physiotherapeut/in, Krankengymnast/in
  • Ergotherapeut/in
  • Erzieher/in
  • Gesundheitspädagogin/Gesundheitspädagoge (Abschlüsse: Diplom, Magister, Master, Bachelor)
  • Heilpädagogin/Heilpädagoge