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Hypnosetherapie

Für viele Menschen ist Hypnose noch ein mystischer Zustand, in dem man die Kontrolle über seinen Geist und seinen Körper verliert und dem Hypnotiseur ausgesetzt zu sein scheint. Andere wiederum sehen in der Hypnose eine Wundermethode: Während ich wie in Narkose bin, löst der Hypnotiseur für mich mein Problem. Und wenn ich dann zurückgeholt werde, ist alles in Ordnung.

Was ist Hypnose nun wirklich?

Hypnos ist zwar der griechische Gott des Schlafes, aber Hypnose ist, wie die Wissenschaft beweist, definitiv kein Schlaf. Der hypnotische Zustand ist ein Ausschnitt unseres natürlichen Bewusstseinsspektrum, das sich zwischen den beiden Extremen hellwach auf der einen und bewusstlos auf der anderen Seite erstreckt. Im wachen Zustand wechselt der Fokus der Aufmerksamkeit häufiger. Im Trancezustand kommt es zu einer Konzentrationsbündelung auf einen ganz bestimmten Sachverhalt. Dabei treten andere, für diese Zeit unbedeutende Wahrnehmungen in den Hintergrund. Auch das Gehirn verändert seine Arbeitsweise und es sind verstärkt Thetawellenanteile (Übergang in den Schlafzustand, leichter Schlaf) und auch Alphawellenanteile (wach, entspannt, Augen geschlossen) im Hirnstrommuster nachweisbar. Die Betawellen (wach, aufmerksam, konzentriert) flauen währenddessen ab.

Die moderne Hypnotherapie arbeitet heutzutage anders als in den historischen Anfängen der Hypnose, wo noch sehr autoritär gearbeitet wurde. Heute ist das Prinzip der Kooperation zwischen Behandler und Klient vorrangig und kennt keine rigiden Prozeduren oder Manipulationen. Symptome werden nicht einfach wegsuggeriert ohne auf den systemischen Bezug zu achten. Im Mittelpunkt steht die Einzigartigkeit des Patienten und seine Lebensumstände. Trance wird als eine Phase des Lernens und der Neuorientierung verstanden. Es ist ein schöpferischer Prozess, in dem der Hypnotherapeut den Klienten in Richtung Therapieziel begleitet. Innere Suchprozesse sollen initiiert werden mit dem Ziel, die eigenen Ressourcen zu finden. Hypnose ermöglicht dann eine Chancenerhöhung im  Austausch dieser inneren Bilder in Richtung des erwünschten Zielzustandes.

Einer der bekanntesten Vertreter der modernen Hypnosetherapie war der amerikanische Psychiater Milton H. Erickson (1901 – 1980).
Für Erickson war das Unbewusste eine Kraft, in der Wissen und Weisheit beheimatet war. Ein Sammelbecken an unendlichen Ressourcen. Aufgrund eigener schwerster Erkrankung entwickelte er durch intensivste Beobachtung anderer Menschen Erkenntnisse, die er später in seine therapeutische Arbeit einfließen ließ. Er behandelte sich durch seine von ihm entwickelten Formen von Hypnose und konnte so seine Schmerzen lindern. Eines seiner Hauptaugenmerke bestand auf der Suche nach Veränderungsenergien.

Selbsthypnose ist also für jedermann erlernbar, um sich selbst körperlich, geistig und seelisch positiv zu beeinflussen. Sie vermittelt einen wunderbaren Zustand geistiger und körperlicher Entspannung, seelischer Stärkung, Selbstkontrolle und Selbstbestimmung.
Auch der in den Entspannungstechniken bis heute noch international anerkannte Nervenarzt, Dr. J.H. Schultz, beschäftigte sich in den dreißiger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts mit den positiven Wirkungen hypnotischen Geschehens und leitete daraus die vorsatzbildenden Formeln ab, um körperliche und geistige Entspannung für alle Menschen hervorrufen zu können: Das Autogene Training.

Autorin: Helga Bardischewski